Diagnose der Rechenschwäche

Zur Diagnose der Rechenschwäche gehören neben den formellen Testverfahren die genaue Beobachtung des mathematischen Denkens des Kindes und eine eingehende Beratung der Eltern. Nur so können wir die Gesamtsituation des Kindes erfassen. Unser Ziel ist es, eine individuelle Förderdiagnostik zu erstellen, die über eine rein vergleichende Leistungsmessung hinausgeht.

Standardisierte Diagnostische Testverfahren

Bei der Diagnose der Rechenschwäche verwenden wir ausschließlich normierte diagnostische Tests. Sie gehen über die Aussagekraft von Schulleistungstests hinaus und erlauben einen Einblick in die Voraussetzungen des mathematischen Lernvermögens des Kindes.

Einzelfallanalyse - Fehleranalyse

Neben den diagnostischen Test führen wir eine gezielte Fehleranalyse durch. Sie hat das Ziel herauszufinden, wie und warum eine Aufgabe falsch gerechnet wird. Um einem Kind richtig zu helfen müssen wir wissen, welche Denkprozesse und Strategien das Kind veranlassen so und nicht anders zu rechnen.
Eine solche qualitative Diagnostik mathematischer Konzepte und Fertigkeiten erfasst folgende Bereiche:
  • Zahlverständnis:
    Kennt das Kind die Bedeutung einer Zahl und ihre
    Beziehungen zu anderen Zahlen? (Ordinal- und
    Kardinalzahlaspekt müssen gleichzeitig verstanden
    und verwendet werden können.)
  • Rechnen:
    Beherrscht das Kind (alternsgerecht) nicht-zählende
    Rechenstrategien in engem Zusammenhang zum
    Zahlverständnis?
  • Operationsverständnis:
    Wie weit hat das Kind die Fähigkeit entwickelt,
    von der Problemstellung in die mathematische
    Symbolisierung zu „übersetzen“. (Die Bedeutung der
    Operationen +/−/×/÷ ist mathematisch wirklich
    verstanden.)
  • Mathematisierung von Sachaufgaben:
    Wie schafft das Kind komplexe Anforderungen im
    sprachlich-logischen Bereich, in der mehrschrittigen
    Planung, in Durchführung und Rekonstruktion
    zeitlicher und räumlicher Strukturen?

Beratungsgespräch mit den Eltern:

In einem ausführlichen Beratungsgespräch mit den Eltern des Kindes erfassen wir die wichtigsten Einflussfaktoren, die das Lernen und die schulische Leistungsschwäche betreffen. Psychosoziale Komponenten haben einen sehr starken Einfluss auf die mathematische Lernfähigkeit und die Entwicklung automatisierter Rechenvorgänge. Daher kommt diesem Gespräch ein hoher diagnostischer Stellenwert zu. Unser Ziel ist es die Lernvoraussetzungen und das Lern- und Arbeitsverhaltens des Kindes zu ermitteln und einen Eindruck vom Selbstkonzeptes des Kindes zu erhalten. Je genauer das Gesamtbild von der
Problemsituation des Kindes ist, um so besser und gezielter können wir einem rechenschwachen Kind helfen.